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Zukunftswerkstatt 2019 in Erfurt #ARBEITSWELT2025

Das Wichtigste gleich zu Beginn. Ich finde es fantastisch, dass so ein Format auch mal eben nicht in einer Metropole stattfindet, sondern eher in kleineren, weniger hippen Städten! Genau dort, wo noch so viel mehr Sensibilisierung für das Thema Digitalisierung und New Work geleistet werden muss.

Ein weiter bedeutender Punkt. Vor allem für mich, die, die ca. alle 4 Stunden irgendeine Art Nahrung braucht, weil sie sonst hangry wird…Es war permanent für ausreichend Essen, Getränke und Kaffee gesorgt. Das Essen war frisch und lecker. Also ein weiterer Pluspunkt.

Doch nun zum Inhaltlichen

Thematisch war sehr viel geboten. Es gab mehrere Meetups parallel, ein Barcamp und sehr interaktive Formate.

Mehr Details gibt es im Programmlink: Zukunftswerkstatt

Themen wie „#workhacks als agile minimalinvasive Methoden, um die Zusammenarbeit von Teams zu verbessern“, „Arbeitswelt 2025 in Ostdeutschland – Politik und Wirtschaft im Gespräch“ oder „Erfolgreiches Zusammenarbeiten zwischen Generationen – aber wie?“ boten eine breite Vielfalt. Die Inhalte waren bei all den von mir besuchten Impulsen auch immer sehr einsteiger*innen-freundlich. Die Zukunftswerkstatt bot also einen umfangreichen Input für New Work- und Digitalisierungsneulinge. Es gab einige Praxisbeispiele z.B. von den Leipziger Verkehrsbetrieben und ihren Erfahrungen im Transformationsprozess. Der Kollaborationsgedanke zog sich positiv durch den gesamten Tag, da immer darauf Wert gelegt wurde, dass es einen Austausch zwischen Speaker*innen und den Teilnehmenden gab.

Die Themenauswahl deckte ein sehr breites Spektrum von New Work ab. Für mich war es dadurch echt schwierig zwischen den vielen Angeboten zu unterscheiden. Ein weiterer erschwerender Faktor war die zeitliche Überscheidung verschiedener Meetups oder Panels. Das war jedoch wahrscheinlich eher mein Thema, weil ich so viel, wie möglich mitnehmen wollte.

Die Locationauswahl war mit dem Steigerwaldstadion super. Vor allem durch die räumliche Einbindung der Spielerkabinen und der VIP Räume mit Blick auf das Spielfeld sorgten für eine besondere Stimmung.

Kontaktmöglichkeiten auch für Netzwerkmuffel


Laut der BMAS waren es ca. 600 Teilnehmer*innen. Nach meinem Empfinden, war das genau die richtige Menge. Es war alles gut gefüllt, aber nie so voll, dass es unangenehm wurde. Und gerade weil das Netzwerken dabei ja auch immer eine wichtige Rolle spielt, habe ich bei der Teilnehmenden-Anzahl auch Menschen wieder gefunden, wenn ich an einem spannenden Gespräch noch einmal ansetzen wollte.

Ich bin nun keine besonders gute Netzwerkerin bzw. zählt das „auf-fremde-Menschen-zugehen“ bei einem Kongress nicht unbedingt zu meinen Lieblingstätigkeiten. Dort allerdings hat es für mich super funktioniert. Die Menschen mit denen ich sprechen konnte waren unglaublich nett und offen. Allein die Formatauswahl hat den Austausch untereinander aktiv unterstützt. Es war keine, wie sonst üblich, regionale Veranstaltung bei der man irgendwie immer die gleichen Gesichter sieht. Es kamen Menschen aus Hamburg, aus Bayern, aus Frankfurt an der Oder. Also von überall her. Und es war ebenso kein Szenetreffen bestimmter Branchen oder Berufe, sondern eine breite Vielfalt.

Bei all den positiven Worten dürfen die ganzen Menschen im Hintergrund auch nicht vergessen werden. Angefangen beim Einlass, der Garderobe, der Security oder dem Catering. Mir ist nicht eine Person aufgefallen, die in irgendeiner Art negativ wirkte. Auch hier waren alle sehr offen und herzlich.  An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an all die vielen Helfer*innen.

Der New Work Gedanke wurde aus meiner Sicht vollständig zu Ende gedacht. Also auch sonst gern weniger beachtete Themen, wie Diversität, Gleichberechtigung oder Eltern- und Pflegezeit fanden einen Platz.

HR-Mambo und Speed Debating als echte Highlights


Mein Highlight war der HR-Mambo. Ein Format der IBE , welches die digitale und analoge Welt perfekt miteinander verknüpft. Die Speaker haben jeweils 4 Minuten Zeit einen Redebeitrag zu einem Thema zu geben. Anschließend haben die Teilnehmenden 2×4 Minuten Zeit für eigenen Input. Dann wird per App der folgende Schwerpunkt abgestimmt und anschließend wird von neuem „getanzt“. Dadurch wird das Panel sehr interaktiv und kurzweilig. Eine kreative Idee, bei der ich seit gestern überlege, wie ich sie für meine Trainings adaptieren kann.

Das Speed Debating mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik und Verbänden machte den Abschluss. Kurze Fragen 120sec Zeit für Antworten von der Politik. Ohne viel Drum-Herum direkt auf den Punkt gebracht. Auch hier wieder eine sehr heterogene Gruppe vom Betriebsrat zur Auszibildenden. Und auch hier konnten sie die Teilnehmenden mit Fragen einbringen.

Hat das Thema New Work noch neuen Input?


Wie du vielleicht unschwer herauslesen kannst, bin ich von der Zukunftswerkstatt wirklich begeistert. Bei all der positiven Kritik, wurden meine Erwartungen leider nicht vollständig erfüllt. Ich hätte mir einige Slots mit mehr Tiefe gewünscht. Manche Panels gaben genau den gleichen Inhalt, wie in diversen Podcasts wieder oder waren eine Bewerbung des eigenen Buches oder der eigenen Dienstleistung. Wohl bemerkt nur einige.

Bei einem Glas Sekt und dem Resümee des Tages meinte meine Gesprächspartnerin zu mir: „Das war inhaltliche das Gleiche, was sie schon vor 5 Jahren erzählt haben.“ Dem muss ich leider zustimmen. Nun sind die Kernthemen wahrscheinlich auch irgendwann abgegrast und es ist ja auch keine Wissenschaft in der wöchentlich neue bahnbrechende Erkenntnisse erzielt werden. Es geht ja schließlich um den Menschen. Und der tickt in seinen Grundbedürfnissen seit Jahrhunderten gleich. Dennoch oder gerade deswegen wären ein paar Impulse mit mehr Tiefe toll gewesen. Und nicht das übliche Geplänkel von „New Work ist bei den bestehenden Herausforderungen sehr hilfreich“ und „xyz sollte man unbedingt beachten“. Sondern vielmehr ein „wie-mache-ich-es-konkret?“. Wie motiviere ich konkret Mitarbeitende für den Change Prozess, für die Unsicherheit, wenn diese Angst haben. Wie und wo fange ich an. Was mache ich, wenn es nicht so klappt, wie geplant? Wie gehe ich damit um, wenn die Unternehmensführung nichts von New Work, Agilität oder der Digitalisierung hält?

Vielleicht war ich jedoch nur in den falschen Sessions.

Das waren die 3 wichtigsten Erkenntnisse

Das Thema der Veranstaltung war ja Arbeitswelt2025. Auf Frage welche Schwerpunkte für die zukünftige Arbeitswelt erforderlich ist, habe ich 3 Kernthesen mitgenommen.

#1 Remote- bzw. Homeofficearbeit ist DAS Riesenthema für die kommenden Jahre

Angefangen bei der Organisation der einzelnen Aufgaben, bis über die Einhaltung der Ruhezeiten oder der Versteuerung. Wie Remotearbeit künftig gestaltet werden soll und kann, wird also eine der zentralen Fragen in den kommenden Jahren.Softskills sind die neuen Hardskills.


#2 Soft Skills sind die neuen Hard Skills


Vergesst Qualifikationen, vergesst Abschlüsse. In Zukunft wird nur noch gekuschelt. Nein das meint es eben nicht. Sondern vielmehr, dass bei all der Dynamik und bei all der Ungewissheit neben der fachlichen Fähigkeiten die weichen Faktoren immer mehr zu Kernkompetenzen werden. Also Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, das Zeit- und Selbstmanagement, die Reflexionsfähigkeit oder die Zusammenarbeit im Team.


New Work oder Agilität ist kein Trend

… sondern eine Bedingung der globalisierten und digitalisierten Märkte mit all seinen Chancen und Herausforderungen. Die dahinterstehenden Prozesse und Transformationen fangen gerade erst an.

Und bei all diesen Themen können wir gewaltig von unseren Nachbarn lernen. UK beispielsweise ist mit funktionierenden Remote-Modellen schon um einiges weiter. Und die Fachkraft der Zukunft kann dann eben von Bali oder Kanada aus arbeiten.

Schlussfazit

Es war eine wirklich gelungene Veranstaltung, die genau auf die zugeschnitten war, die solchen Input dringen brauchen. Die KMU´s, die mittelständischen Unternehmen, die sich in dem ganzen Buzzword und Trendthemen-Hype schnell verloren fühlen. Die, die wollen, aber nicht wissen, was dahinter steckt und wie sie anfangen können. Es war eine vollkommen kostenfreie Veranstaltung. Somit konnte unabhängig von der Größe des Portemonaies jede*r kommen.  Und die sonst übliche Ticketpreis-Einstiegshürde von etwa 1000EUR wurde genommen. Meiner Meinung nach ein richtiger Ansatz mit richtigen Themen an einem passenden Ort. Gern mehr davon!

 

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